01
Januar
2009

Modell einer Astrologie des Wassermann-Zeitalters

Das Zeichen der Zeit

“Modern astrology has had one really tragic flaw in addition to its inarticulate language: its complete lack of a philosophical foundation rooted in any coherent philosophical or spiritual tradition of the world.” Robert Hand: "Post-modern Astrology".

Übersetzung: „Die moderne Astrologie hat eine wahrlich tragische Schwachstelle neben ihrer undeutlichen Sprache: Das vollständige Fehlen einer philosophischen Grundlage, welche in irgendeiner kohärenten philosophischen oder spirituellen Tradition der Welt wurzelt.“ Robert Hand: "Post-modern Astrology".

Als ich kürzlich diesen Text auf der Website von Astrodienst Zürich, www.astro.com entdeckte, löste er in mir eine intensive Erschütterung aus.

Seit langem schätze ich die Deutungen von Robert Hand, einem der führenden Astrologen unserer Zeit. Seine praktischen Deutungen für jegliche Konstellation sind so formuliert, dass sie jedem eine nachvollziehbare Möglichkeit im praktischen Alltag aufzeigen: Einfach verständlich, auf Tendenzen hinweisend und mit wertvollen Anregungen zur Nutzung versehen.

Der oben zitierte Satz von Robert Hand stammt aus ein em Vortrag, den er bei einem internationalen Kongress im Jahre 2005 hielt. Er berührt mich wie ein Hilfeschrei. Ein Schrei, der nach einer größeren Dimension in der Astrologie ruft – die erahnt, ersehnt, aber noch nicht erkannt ist. Robert Hand formuliert damit auch das, was viele in der Astrologie vermissen und dazu ver anlassen, sich von der Astrologie ab zu wenden.

Seit über 40 Jahren führe ich eine eigene astrologische Praxis und arbeite auch mit kleinen Gruppen in Zusammenhang mit dem spirituellen Weg, wobei die Kosmologie eine wichtige Rolle spielt. Seit meiner Jugend galt mein Interesse der vertikalen Dimension des astrologischen Systems. Durch meine Forschungen habe ich die gleichen Strukturen der Kosmologie als Hintergrundswissen sowohl in antik griechischen, wie auch in großen christlichen Kunstwerken gefunden.

In der persönlichen Beratungspraxis und in den Gruppen richtet sich der Schwerpunkt meiner Arbeit an dieser kosmisch angeleg ten, vertikalen Struktur des Menschen aus. Das ermöglicht Menschen auf einem spirituellen Weg, jenseits des allgemein bekannten psychologischen Verständnisses, astrologisch zu begleiten.

ASTROLOGIE – DIE HEILIGE WISSENSCHAFT

Die Astrologie braucht eine Besinnung auf ihre eigenen kosmologischen Wurzeln. Sie hat es nicht nötig, sich auf andere philosophische, religiöse oder spirituelle Systeme zu beziehen. Astrologie als Kosmologie verbindet naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit dem Kern großer spiritueller Traditionen.

Jede Philosophie, die als solche bezeichnet werden kann (= Liebe der Weisheit) beschreibt die Strukturen der Wirklichkeit. Das beinhaltet, als Arbeitshypothese, eine Intelligenz, die jenseits kosmischer Ereignisse in Zeit und Raum, aktiv gestaltend wirkt. Das bedeutet, dass der Prozess der Schöpfung nicht durch Zufall gelenkt wird – es schließt aber den Zufallsfaktor als Element mit ein. (Siehe: Arnold Benz: Die Zukunft des Universums) Philosophische, religiöse und spirituelle Systeme gehen von einer schöpferischen Intelligenz aus – meistens Gott, Schöpfer genannt – und von einer sinnvoll aufgebauten, sich entwickelnden Schöpfung, die sich in der Zeit-Raum Kontinuität in jedem Augenblick wandelt.

In der Astrophysik wurde bereits eine Kraft eruiert, jenseits des sich mit Beschleunigung ausdehnenden Universums. Eine Kraft, die gemeinsam mit der dunklen Materie und der dunklen Kraft innerhalb des Universums Prozesse bestimmt. Mit diesem Wissen, dass die Steuerung jenseits des Lichtes, jenseits von Zeit und Raum im Dunklen liegt, stoßen die Naturwissenschaften an eine Grenze. Wissenschaft und spirituelle Traditionen bewegen sich schon seit langem auf einander zu!

Zwischen Schöpfer und Schöpfung – Einfachheitshalber gebrauche ich die alten Begriffe – existiert ein System der „Steuerung “, das alles Erscheinende aufbaut und seine Prozesse lenkt. Ich nenne diese „Zwischenwelt“ mit unserem heutigen Verständnis kosmisches Informationssystem. Platon nannte es die „Welt der Ideen“. Wir können darunter Energiefelder verstehen, die ein komplexes System bilden, das nach klaren Gesetzen, aktiv die materielle Welt erschafft und damit auch die Prozesse in der „Welt der Erscheinungen“ steuert. Letztere möchte ich als die „Welt der Verwirklichung“ bezeichnen, als „Partnerin “ der „Welt der Wirkung“ – besser bekannt als die „Welt der Wirklichkeit“. Die beiden Welten werden durch eine Brücke von hierarchisch aufgebauten Schichten miteinander verbunden und sind einander ebenbürtig.

Erst mit der Hilfe der neuen kosmischen Energie des Wassermann- Zeitalters, die den Planeten bereits überflutet, sind wir in der Lage, die Zusammenhänge in dieser „Zwischenwelt“ zu erkennen. Sie befähigt uns, dieses Informationssystem von den Bildern, die ihm immer noch anhaften, zu befreien und objektiv zu erforschen. Die Herabwürdigung der Materie – damit auch des Körpers und des diesseitigen „vergänglichen“ Lebens - ist eine Fehlinterpretation, die im Fische- Zeitalter entstanden ist. Diese einseitige kollektive Sichtweise wurde erst durchschaut, als sie in eine Überbewertung der materiellen, vergänglichen Welt hinüberkippte. Es ist jetzt an der Zeit, die beiden Welten als gleichwertige Domänen menschlicher Erfahrung zu erkennen und ihre Wechselwirkung zu studieren. Anders ausgedrückt heisst das: Die männliche und die weibliche Seite der allumfassen- den Einheit als solche zu sehen, oder mit einem religiösen Ausdruck: Gott sowohl als Immanenz, wie auch als Transzendenz zu würdigen.

Unsere Zeit verlangt nach einer möglichst klaren Beschreibung der Wirklichkeit, die zu einer neuen Dimension des Verstehens führt. Genau das kann die Astrologie als Kosmologie bieten – dazu muss sie aber selber den Kontakt zu ihrer eigenen vertikalen Dimension wieder finden, den sie verloren hat. Die Astrologie braucht kein philosophisches System um bestehen zu können. Es genügt, die eigene vertikale Ordnung, auf Grund welcher sie seit Jahrhunderten in der Horoskopdeutung erfolgreich praktisch gearbeitet hat, neu zu entdecken und in ihrer Universalität zu verstehen.

Astrologie, als Kosmologie ist sozusagen der Kern, das enthüllte Skelett jeder philosophischen und spirituellen Tradition. Sie arbeitet mit dem Gesetz der Analogie, d.h. sie beschreibt sowohl die konkreten m ateriellen Erscheinungen und Prozesse, wie auch die innere Welt des Menschen und bietet somit ein klares, nacktes Modell universeller Zusammenhänge an. Seit jeher wurden in den großen Traditionen rund um die Welt die Beschreibung dieser Grundstrukturen des Lebens in Bilder, Personifizierungen und Geschichten verkleidet. Nun ist es Zeit, das Wissen von den Verhüllungen der alten Traditionen zu befreien. Personifizierungen, wie zum Beispiel im Christentum, mythologische Geschichten und blosse Andeutungen können unseren Wissensdurst nicht mehr befriedigen. Das entspricht dem Zeitgeist des Wassermann-Zeitalters. Wir suchen nach einem Modell, das so nackt wie möglich ist und die Wirklichkeit unverhüllt wiedergibt. Astrologie, als Kosmologie ist dazu in der Lage. Sobald die vertikale, d.h. hierarchische Struktur in der Astrologie gesehen wird, kann sie zu einer Brücke zwischen Vielheit und Einheit werden. Erst wenn wir das erkennen, wird es möglich, eine Sprache zu entwickeln, die unserer Zeit entspricht. Auch in ihren praktischen Anwendungen wird die Astrologie dadurch ihre eigene heutige Ausdrucksweise finden, unabhängig von verschiedenen Methoden der praktischen Horoskopdeutung.

Anderen philosophischen Systemen gegenüber hat die Astrologie als Kosmologie heute einen großen Vorteil: Ihr Modell baut auf naturwissenschaftlich erforschten Strukturen auf. Diese Tatsache wurde in der Astrologie vernachlässigt, besonders seitdem der Computer die zeitraubende Aufgabe der Horoskopberechnung abgenommen hat. Die Orientierung an kosmischen Strukturen – in erster Linie an Astronomie, aber auch Biologie und Atomphysik – ist eine unerlässliche Voraussetzung dafür, dass wir die gleichen Strukturen im „Kosmos Mensch“ erkennen können.

Es kann nicht genug geschätzt werden, dass in dem Syst em der Astrologie die Strukturen der materiellen Welt gleichzeitig auch die Strukturen der spirituellen Welt beschreiben. Das Erkennen dieser Tatsache könnte die Astrologie als „Die Königin der Wissenschaften“ wieder auf den Thron setzen, welcher ihrer würdig ist. Erst mit dieser kosmologischen Dimension kann Astrologie den Anschluss an die Naturwissenschaften finden.

Wenn wir der heutigen Zeit gerecht werden möchten, müssen wir alles intellektuell erfassen können. Paradoxerweise kommen wir aber nicht ohne die Sprache der Bilder aus. Unser Wesen versteht nur in Bildern, und solange es nicht involviert wird, entsteht kein wahres Erkennen. Alle spirituellen Traditionen – Astrologie inbegriffen – arbeiten mit Bildern. Wir, als Kinder der Neuen Zeit, haben kaum offene Kanäle zu ihnen. Wir haben die Sprache der Bilder vergessen, wir müssen sie wieder neu, durch die Vermittlung des Intellekts lernen . Ein Zugang über den Intellekt kann den direkten Kontakt zwischen unserem Wesen und den Bildern eröffnen. Das hat mich meine 40 jährige Erfahrung im Unterricht der Astrologie gelehrt.

Heute orientiert sich die Astrologie an einem „von unten“ aufgebauten Menschenbild. Erst durch die Kosmologie kann ein menschenwürdiges Konzept entstehen, das den Menschen als kosmisches Wesen zu beschreiben fähig ist. Im Sinne der alten Tradition, dass „im Menschen der ganze Kosmos enthalten“ ist. Und erst von dort aus werden wir fähig sein, im wahrst en Sinne des Wortes, global zu denken und zu handeln.

Das Christentum hat lange die astrologische Praxis bekämpft. Es baut aber gleichzeitig auf den „vier Säulen“ der fixen Zeichen auf, da die Embleme der vier Evangelisten dem Stier, Löwen, Skorpion und Wassermann entsprechen! Sowohl die Grundschriften – wie die Bibel – als auch die verschiedenen Formen christlicher Kunst beinhalten klare kosmologische Strukturen. Wi r sind noch nicht einmal auf halbem Wege, diese Ebene zu verstehen! Die Kunstgeschichte hat kaum Ahnung von dieser kosmischen Dimension – dementsprechend bleiben die Deutungen von Kunstwerken buchstäblich oberflächlich. Auch die tiefenpsychologischen Deutun- gen von manchen kirchlichen Vertretern berühren die kosmischen Schichten im Menschen nicht.

Es ist nötig, dass der kosmische Hintergrund der praktischen Astrologie in der Astrologie-Ausbildung miteinbezogen wird. Das Verstehen der Bedeutung vom Gesetz der Analogie, vom Begriff Kosmos, vom Prinzip der Hierarchie, der Bedeutung der Zeitqualität, den Zahlen als Qualitäten von schöpferischen Energiefeldern birgt ein, für die meisten ungeahntes Potential ins ich. Es eröffnet ein Verstehen der Astrologie in einer höheren Dimension, die weit über die bis jetzt entwickelte Deu- tungs-Praxis hinaus führt. Erst mit diesem Hintergrund kann Astrologie die unterschiedlichen Techniken wirklich sinnvoll einsetzen. Sonst verschlucken unfruchtbare Diskussionen das enthaltene Potential und der Mensch bleibt in einem horizontalen Weltbild gefangen, auch wenn er von Gott und Ewigkeit spricht.

Das folgende Modell soll einen ersten Eindruck darüber vermitteln, wovon in diesem Text die Rede ist. Ein Werk, in dem ich diese kosmologische Struktur ausführlich beschreibe ist in Bearbeitung. Die englische Übersetzung ist auch am entstehen. Mehr Information: www.arssacra.org

 

DAS KOSMOLOGISCHE MODELL

Kurze Beschreibung, die das exoterische Modell mit dem esoterischen verbindet.

1.Ebene
Einheit
Ohne Namen

2.Ebene
In drei Aspekte gespalten:
Erschaffende - Verbindende - Erschaffen
Männlich - Verbindung - Weiblich
Vater - Hl. Geist - Sohn
Kardinal - Veränderlich - Fix

3.Ebene
Sechs Achsen
Die Dreifaltigkeit verbunden mit der Dualität
Erzengel mit sechs Flügeln
Die Idee der Verwirklichung
Galaxie
Jenseits des Bewusstseins

4.Ebene
Zwölfheit, 3x4
In sich ruhende Idee des Menschen
Sonne als Erschaffer einer Welt der Verwirklichung
Tierkreis
Bewusstsein

5. Ebene
Siebenheit
Setzt die Ideen in Prozesse in der Zeit um
Energiefeld um die Sonne, Planeten
Ebene Die Wesenhaftigkeit des Menschen

6.Ebene
Bezugspunkt
Erde
Irdische Bereiche menschlicher Erfahrungen als Verwirklichungsorte der Ideen
AC mit den Häusern
Die Persönlichkeit

7.Ebene
Reflexion
Mond
Automatismen
Das Gegebene, die Vielheit als „Rohmaterial“

ASTROLOGIE, DIE KÖNIGIN DER WISSENSCHAFTEN

Es ist Zeit, dass die Astrologie in ihrer umfassenden Bedeutung wieder neu entdeckt wird. Durch die Forschungsergebnisse der Natur wissenschaften ist der Boden dafür vorbereitet. Es fehlt nicht mehr viel um zu erkennen, dass Astrologie weit größer ist, als sie heute allgemein bekannt und gebraucht wird. Natürlich kann sie, mit entsprechendem Wissen, auch zur Voraussage zukünftiger Tendenzen von Ereignissen und Prozessen, oder zur Persönlichkeitsanalyse gebraucht werden. Sie kann uns helfen, unseren Weg bewusster zu gehen.

Wenn sie aber, wie zu früheren Zeiten, als „Königin der Wissenschaften“ erkannt wird, könnte sie wieder ein Grundwissen vermitteln, das allen Wissensgebieten zu gute kommt. Damit meine ich die Astrologie als kosmologisches System, als die Beschreibung von energetischen Grundstrukturen in allen Grössenordnungen und Bereichen des Universums: Als Modell der Wirklichkeit der phänomenalen Welt; als Beschreibung der Hintergrundkräfte, die das Sichtbare und Messbare, mit den Sinnen Erfahrbare erschaffen. Platon hat diese Energiestrukturen die „Welt der Ideen“ genannt. Heute ist die Naturwissenschaft so weit gewachsen, dass die Lücke zwischen Sinneserfahrungen und Alltagsbewusstsein einerseits und der „jenseitigen Welt“ anderseits, durch ein kosmologisches Verständnis überbrückt werden kann. Diese Überbrückung könnte man heute kosmisches Informationssystem nennen.Im engsten Sinne des Wortes bedeutet „informare“ (lateinisch) Gestalt geben, durch „Unterweisung“ Form bilden. Die Astrologie als Kosmologie ist die Lehre vom universellen Informations-System.

Die Quantenphysik öffnet eine neue Dimension in den Naturwissenschaften, jenseits kausal erklärbarer Phänomene. Andere Wissensgebiete arbeiten auch vermehrt mit der Komplexität von Erscheinungen, die zur Erkenntnis führen, dass „Alles mit Allem“ zusammenhängt. So könnte die Entdeckung, dass kleinere Einheiten bereits den „Drang“ in sich tragen, sich zu größeren Einheiten zu verbinden, zu Fragen führen, wie: „Woher kommt diese strukturierende Fähigkeit?“ Oder: „Wie ist es möglich, mit der Hilfe von Computerprogrammen Fernheilung zu bewirken?“ – In der Raumfahrt wird das von den Russen seit langem praktiziert.

Die Biologie kann Zusammenhänge finden, die unsere emotionalen und mentalen Erfahrungen mit biochemischen Vorgängen in Verbindung bringen. Es scheint, dass wir im psychischen Bereich fast alles innerhalb von messbaren, materiell nachweisbaren Grössenordnungen definieren, erklären und beeinflussen können, wie Vorgänge im Unbewussten und in der Zeit bis in die Vergangenheit, zurück zum Urknall. Dabei arbeiten die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Zweige, die sich unabhängig von einander entwickelt haben, zunehmend enger zusammen.

Auf der anderen Seite ist das Bedürfnis nach unmittelbaren religiösen Erfahrungen und dem Verstehen von „jenseitigen“, nicht erklärbaren Phänomenen groß. Die Lücken von unmittelbarem Wissen darüber werden mit viel Phantasie durch Projektionen ersetzt. Der Mensch trägt die Welt des nicht Erfassbaren in sich, sie ist Teil seines Wesens, unabhängig davon, ob er sie bewusst erkennt oder nicht, ob er „daran glaubt“ oder sie verneint. Diese unerkannte Welt ist mit Nebeln verhangen und ist von der wissenschaftlich erfassbaren Welt immer noch getrennt. Zwischen unseren, scheinbar klar erfassbaren Phänomenen des Alltags und dem „Lieben Gott“ besteht eine Kluft, die wir meistens mit unser envagen Vorstellungen ausfüllen. Wir können uns nicht einmal vorstellen, dass es in dieser „anderen Welt“ auch Strukturen gibt, die durch eine machtvolle schöpferische Wirksamkeit, unser Leben hier in der materiellen Wirklichkeit erschaffen und lenken.

Diese Welt der kosmischen Informationen ist so zu sagen das Werkzeug des Schöpfers. Es sind energetische Felder, Strukturen, Gesetze und Vernetzungen, die kennen gelernt und deren Wirken studiert werden kann. Da wir nur nach dem forschen, an das wir glauben oder dessen Existenz wir zumindest vermuten, bleibt dieses Gebiet unberührt.

Grosse religiöse und spirituelle Traditionen wissen u m diese jenseitigen Strukturen, die sie mit aus der entsprechenden Kultur stammenden Bildern bekleiden. Wir können heute mit den meisten dieser Bilder kaum mehr etwas anfangen, unsere Zeit verlangt nach nacktem Wissen. So werfen wir die überlieferten Bilder weg, anstatt sie zu entkleiden. Damit gehen wertvolle Informationen verloren. Es ist eine spannende Forschung, die Jahrhunderte - ja, Jahrtausende alte Bilder zu enthüllen und ihre Botschaften zu entdecken. Sie beschreib en Strukturen, denen wir heute langsam auf anderen Wegen auf die Spur kommen. Das Kennen lernen dieser Strukturen hilft uns, nicht nur die Hintergründe kosmischen Geschehens, sondern auch den Aufbau des Menschen und seine Funktionsweise besser zu verstehen.

Heute sind Fragestellungen möglich, die vor einem Jahrzehnt noch überhaupt keine Grundlagen hatten. Das könnte allmählich soweit führen, dass die Astrologie als kosmisches Informationssystem, als Modell der Wirklichkeit, von einigen Wissenschaftlern angeschaut und erforscht wird. Dies wiederum würde neue Dimensionen in der wissenschaftlichen Welt eröffnen. Es könnte zur Entdeckung von neuen, universell gültigen, nicht-kausalen Gesetzen führen, wie dem Gesetz der Analogie. Diesbezüglich beobachtete Phänome ne gehören beispielsweise sowohl in der Astrophysik, wie auch in der Tiefenpsychologie bereits zu anerkannten Tatsachen.

Was so abstrakt tönt, ist gleichzeitig die Beschreib ung unseren unmittelbaren täglichen Erfahrungen. „Der Mensch enthält das ganze Universum.“ So kann uns das Studium der Astrologie als Kosmologie ein besseres Verstehen von uns selbst und vom Leben vermitteln. Durch das Erkennen von Grundstrukturen werden wir von falschen Erwartungen befreit. Dadurch erst können wir unsere schöpferischen Möglichkeiten als „auf das Ebenbild Gottes“ erschaffene Wesen wahrnehmen und unseren kosmischen Auftrag erfüllen.

Meine Hoffnung, dass die Astrologie allmählich ihren Platz an Universitäten wieder findet, wird auch aus einer anderen Quelle genährt. Die Welt der Naturwissenschaften sucht nach kosmisch gültigen Gesetzen, die den unterschiedlichsten Phänomenen zu Grunde liegen. Natürlich ist die Astrologie als „Horoskopdeutung“ in diesem Zusammenhang nicht interessant. Astrologie als Kosmologie könnte aber die Lücke zwischen materialistisch-kausal erfassbaren Definitionen und den „akausalen“ Erscheinungen der erfahrbaren Wirklichkeit schließen.

In jedem Weltenmonat – der etwa 2'100 Jahre dauert – öffnet sich eines der zwölf Tore für die Menschheit, ein Tor, das zur Einheit führt. Im letzten Weltenmonat der Fische war es das Tor der bedingungslosen Hingabe und der Weg führte durch Musik, Bilder, Visionen und Vertrauen (Glauben). Dieses Tor geht langsam zu. Das neue Tor des angebrochenen Wassermann Weltenmonats ist Wissen durch Erkennen. Der Weg dazu ist lernen, Unterscheidungsfähigkeit entwickeln, im Bewusstsein wachsen. Wir erhalten Bilder als Spiegel – die Bilder der Traditionen, der Träume, des Lebens – um unsere innere Wirklichkeit zu erkennen. Unsere Aufgabe ist es, sie zu entkleiden, die Essenz ihrer Aussagen zu verstehen. Die Formen von religiösen und sozialen Strukturen, die uns geführt, gestützt – aber auch beschränkt haben – lösen sich auf und wir werden grundsätzlich in die Freiheit entlassen. Freiheit bedeutet Eigenverantwortung. Begreifen wir, welcher Schatz uns damit anvertraut ist? Trauen wir uns zu, dass wir in die Verantwortung hineinzuwachsen fähig sind?

Wenn wir mit dem Zeitgeist der Gegenwart mitschwingen , könnten wir beispielsweise als Konsequenz erkennen, dass Gravitation und Liebe nicht unterschiedliche Phänomene sind. Wenn wir verstehen, dass Liebe die verbindende Kraft ist, auf allen Ebenen, in jedem Bereich, dann ist es nicht verwunderlich, dass die Eigenschaft der Materie, Materie anzuziehen - was wir Gravitation nennen - von Anfang an bereits vorhanden war, als erste Kraft nach dem Urknall. So wird es verständlich, dass gesagt wird:

„Das Universum ist aus Liebe erschaffen worden“.

Astrologie, als kosmologisches Modell, könnte zu einem Weg zu diesem Verständnis werden.

Agnes Hidveghy Amden, Januar 2009

 

ENTWURF ZU EINER ASTROLOGIE AUSBILDUNG

Seit der Computer die zeitraubende Arbeit der Berechnun g von Konstellationen für die Arbeit mit Horoskopen abnimmt, hat sich die praktische Astrologie noch weiter von der Astronomie abgekoppelt. Ausgebildete Astrologen mit Diplom haben oft eine erschütternde Beziehungslosigkeit zum kosmischen Umfeld. Sollte etwa nicht selbstverständlich sein, dass der Mond kein Planet ist? Und wie oft wird die Bedeutung der Sonne mit dem Mond verwechselt! – Ein Grundthema für sich!

In der Ausbildung sollten neben Elementen der Horoskop deutung folgende Gebiete ein grösseres Gewicht erhalten – wenn nicht sogar die Basis eines Studiums bilden:

  1. Kosmologie
  2. Kosmopsychologie
  3. Astronomie
  4. Praxis der Verifizierung

Die verschiedenen Gebiete können nur miteinander zu einem Reifeprozess führen, die für eine praktische Arbeit mit der Astrologie, gleich welcher Schule, notwendig ist. Sonst dient die Beratungspraxis leicht der „psychologischen Selbstbefriedigung“.

Kosmologie

  • Theorie. Grundbegriffe, wie Analogie, hierarchische Ordnung, Zahlen und Proportionen als Qualitäten, u. s. w.
  • Studium von Werken, denen ein Wissen über das „kosmisc he Informations- system“ zu Grunde liegt. Texte, Kunstwerke.
  • Selbsterwähltes Studium einer Form, wie z. B. Musik, antike Kunstwerke, Philosophie, Kathedralbauten

Kosmopsychologie

  • Aufgabe dieses Gebietes ist es, die Kosmologie als in newohnende Struktur des Menschen zu finden, jenseits der heutigen psychologischen Konzepte.
  • Kosmische Strukturen helfen dabei, dank dem Gesetz der Analogi e.
  • Eine „räumliche, dreidimensionale Sicht“ entwickeln, anstelle des linearen, kausalen Denkens.

Astronomie

Der heutige Stand der Astrophysik ist eine noch nie da gewesene Hilfe, um kosmologische Strukturen und ihre Wirkungsweise zu e rforschen und auf andere Systeme zu übertragen.

Praxis der Verifizierung

  • Ein Studium ist nur soweit nützlich, wie wir seine Wahrheit selber verifizieren können. Sonst bleibt es im Kopf, bleibt „secondhand“ Wissen.
  • Die Fähigkeit der Unterscheidung entwickeln.
  • Techniken erlernen, die gleichzeitig zu Selbsterkenntnis und Reifung des Schülers führen. Sie ermöglichen Wissen – Information – in Verstehen umzuwandeln.

Author; Agnes Hidveghy Categories: Astrologie

About the Author

Agnes Hidveghy

Agnes Hidveghy

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.

L ArsSacra


Copyright © 2017 arssacra. Alle Rechte vorbehalten.
Design und Hosting ecolife nagy

Impressum  •  Datenschutzerklärung  • AGB   • Sitemap  •  Kontakt


0.png1.png2.png3.png8.png0.png
  • IP: 23.20.96.7

2
Online

Sonntag, 25. Juni 2017 22:35