Kosmologie in der Kunst

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Einführung Kosmologie in der Kunst

Die Essenz spiritueller Traditionen wurde oft Höhlen und Gräbern für zukünftige Generationen anvertraut; häufig in Form von Kunstwerken, die aus einem Wissen um die Wirklichkeit entstanden sind… Erst wenn wir davon ausgehen, dass ihre Schöpfer uns etwas zurückgelassen haben, was jenseits von unseren Konzepten liegt, können wir neue Welten des Verstehens durch sie entdecken. Es ist an der Zeit, dass wir alte Kulturen nicht mit unserer Überheblichkeit anschauen.

Kosmologische Strukturen in antiken griechischen Kunstwerken

Dionysos vereint in sich sowohl menschliches wie göttliches Erbe und nach einem Prozess der Transformation wird er als Gott in die Unsterblichkeit, in den Olymp aufgenommen. Er wird der „dreimal Geborene“ genannt. Mit der Zeit erkannte ich, dass Dionysos im Wesentlichen Vorläufer Christi sei. Dieser Dionysos hat nichts mit der heruntergekommenen populären Gestalt des Trunkenboldes zu tun. Das Wissen um die Oktave war offensichtlich im inneren Kreis dieser Mysterien-Schule bekannt.

Kosmologie und der spirituelle Weg in der Kunst

So ein „mehrdimensionales“ Kunstwerk, in dem objektives Wissen Ausdruck findet, ist der Isenheimer Altar. Es sind einige Schlüssel darin verborgen, die bis in kleinste Details in sinnvoller Weise in Zusammenhang stehen. Einer der Schlüssel ist das Modell der Astrologie, deren Studium in grossen Kunstschulen Teil der Ausbildung eines Künstlers ausmachte.

Das Bogenmass in Chartres

In der Antike und im Mittelalter gehörte Kosmologie selbstverständlich zur Bildung und ist implizit in den Kunstwerken enthalten. Aus diesem Grund wird die Kunstgeschichte die Bedeutung großer Kunstwerke erst mit der Hilfe von kosmologischen Kenntnissen herausfinden können. Die Idee der Vierheit, die über diese Welt herrscht, verdichtete sich im Christentum im Symbol des Kreuzes. So entstand der Reichsapfel, an dem die Vierheit, als Kreuz, über die Welt, als Kugel, gesetzt ist.

Der gemeinsame geistige Hintergrund der Kathedrale von Chartres und des Isenheimer Altars

Die Marienverehrung, die Oktave und das Enneagramm: Der Auftrag des Menschen im Schöp-fungsgeschehen und die Ursache seines Leidens. Ich werde immer wieder gefragt, ob Zusammenhänge, die ich in den Werken der „Heiligen Kunst“ aufzeige, intuitiv entstanden sein könnten. Aufgrund der nachweisbaren Komplexität von exakten mathematischen und geometrischen Fakten halte ich das jeweils für unmöglich. Es wäre ein größeres Wunder, wenn rein intuitiv solche Werke entstanden wären, als aus einem Wissen, das wir uns heute aus unserem Weltbild heraus kaum vorstellen können. Genau das ist aber notwendig, damit wir an die essenzielle Aussage herankommen.

Der Heilige Martin und der Heilige Nikolaus

Der Maulesel ist eine wunderschöne Analogie für eine gut brauchbare „niedere Natur“ des Menschen, so, wie wir sie auf dem spirituellen Weg benötigen: unser „Reittier“ muss sich all diese Eigenschaften aneignen, damit es trägt. Seine „Züchtung“ ist eine Arbeit, die jeder individuell leisten muss, sie kann nicht vererbt werden, genauso wenig, wie ein Maulesel seine Eigenschaften an eine nächste Generation weitergeben kann.

Valentin de Boulogne

Zwei Bilder mit der Oktave und mit dem Enneagramm Unsere westliche Musik ist die direkte Manifestation der Schöpfungsoktave in hörbaren Tönen. Damit ist es naheliegend, das Oktavengesetz in Zusammenhang mit Musikern darzustellen. Das hat Valentin de Boulogne erkannt und in genialer Weise in Bild umgesetzt. Das Thema der Oktave ist von religiösen Bildern abgelöst,… Auch wenn der Mensch in seiner Vergänglichkeit an die Gesetze der erschaffenen Welt gebunden ist, die Freiheit ist ihm gegeben, durch seine kreative Fähigkeit sein eigenes Musikinstrument zum Klingen zu bringen und in das Konzert der Schöpfung mit seinem Part mitzuspielen. Gleichzeitig hat er durch das Spielen von seinem eigenen, ihm gegebenen Instrument die Möglichkeit, seinen inneren Weg zu vollenden.

Jakob de Vet

Jacob de Vet war Schüler von Rembrandt und hatte selbst ein größerer Kreis von Schülerschaft. Die Idee der Oktave hat er offensichtlich in seiner Schulung mit erhalten und wie sein Bild der „Anbetung“ zeigt, hat er sie auch als innerer Weg der Verwirklichung verstanden. Seine Bilder zeugen auch davon, dass das Wissen um das Gesetz der Oktave in den holländischen Schulen der Malerei bekannt war und als Struktur des spirituellen Weges des Menschen vermittelt wurde.

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Dienstag, 20. November 2018 01:53